Samstag, 6. März 2010

Ein dilettantischer Vortrag


Der Vortrag "Aufklärung, ist es das, was dem Islam fehlt?" am 1. März in der Reihe der „Dialog“-Veranstaltungen des Arbeitskreises christlicher Kirchen in Reutlingen war leider inhaltlich so schlecht, dass es schwer ist, sich damit auseinanderzusetzen. Der Referent beleuchtete das Thema, ohne ein Mindestmaß an Sachkenntnissen über Geschichte und Struktur des Islam und des Christentums, und es ist schwer, zu entscheiden, ob das, was gesagt worden ist, nur Unwissenheit und Unfähigkeit geschuldet ist, oder ob die getroffenen Aussagen wirklich so gewollt waren.

Ein schlechtes Licht wirft solch ein Vortrag natürlich auf die Veranstalter, den ACK Reutlingen und die Evangelische Bildung Reutlingen. Haben sie nicht gemerkt, dass der Mann keine Ahnung hat, weil sie selbst keine Ahnung vom Islam haben, oder kommt es gar nicht auf Sachkenntnis an, sondern nur auf die gewünschte islamfreundliche Gesinnung?

Im Vortrag ging es am Rande auch um die Christologie der orientalischen Kirchen. Die veranstaltenden Pfarrer, die ja alle Theologie studiert haben, müssten ja, auch wenn sie vom Islam keine Ahnung haben, bei diesem Thema gemerkt haben, das es dem Vortragenden an Fachwissen fehlt, beim Islam übrigens noch mehr als beim Christentum.

Mehr noch als mangelnde Qualität des Vortrags hat bei dieser Veranstaltung aber die Art der Organisation des „Dialogs“ verärgert. Um kritische Fragen über den Islam oder das Hinterfragen des Wahrheitsgehaltes der Ausführungen des Referenten von vornherein zu unterdrücken, wurde folgendermaßen verfahren: man ließ das Publikum Kleingruppen im Saal bilden, einen auserwählten Leiter die Fragen und Bemerkungen aufschreiben und alle Aufschriebe beim Moderator des Abends, Frieder Leube, abgeben. Dort wurden dann nur wenige ausgewählte Fragen dem Referenten zur Beantwortung vorgelesen. Komplexere Fragen wurden auch so gekürzt, dass kritische Aspekte unter den Tisch fielen, etliche weitere wurden ganz unterschlagen.

Man traut sich also nicht mehr, direkte Fragen zuzulassen, es könnten ja Themen angesprochen werden, die den Islam in keinem guten Licht erscheinen lassen.

Dank rigider Kontrolle, die jede abweichende Meinung unterdrückt, wäre so beinahe eine Veranstaltung in der gewollt einseitigen Sichtweise entstanden, wäre da nicht ein Besucher gewesen, der anderen jeweils ein Blatt übergab, auf dem zwei Artikel aus diesem Block abgedruckt waren. Pfarrer Ebertshäuser verbot diesen letzen Rest einer freien Auseinandersetzung mit dem Thema Islam in dem Moment, als er das Ganze bemerkte. Dummerweise waren da aber schon die meisten Zettel verteilt.

Kommentare:

gorisnet hat gesagt…

Da ich an besagtem Abend anwesend war, kann ich diesen Bericht über die Veranstaltung im Alber-Haus voll und ganz bestätigen. Dass man Fragen zensiert, kennt man aus totalitären Staaten - und nur von dort. Ein unglaublicher Vorgang deshalb, dass die Veranstalter keine offene Rede respektive Frage zuließen. Und ein unglaublicher Vorgang, dass die Kirche anscheinend ein solches Vorgehen noch unterstützt.
Der zweite unglaubliche Vorgang an diesem Abend war der geradezu dumpfe weil völlig unwissenschaftliche Vortrag des Referenten. Ich hatte mir kostbare Hintergrundinformationen erhofft, stattdessen musste ich mir anhören, dass wir in Deutschland angesichts unserer Ausschitz-Vergangenheit kein Recht hätten, Menschenrechte in islamischen Staaten einzufordern. Geradezu haarsträubend waren einige Thesen des Referenten. So zum Beispiel die Behauptung, die orientalischen Christen hätten nie an einen Jesus als Gottes Sohn geglaubt. Diese Version sei vielmehr erst später von der westlichen katholischen Kirche aus machtpolitischen Gründen durchgesetzt worden. Ich folgere daraus: Der ursprüngliche, urchristliche Glaube bezog sich nur auf Jesus als Propheten Gottes. Und damit liegen wir wohl ganz auf Islam-Linie. Bravo Herr Theologe und Religionswissenschaftler.

Jackie hat gesagt…

Ja Gorisnet, ich hab das auch gehört. Der Typ wollte den Leuten doch tatsächlich weis machen, dass sich der Islam damals im Orient sozusagen von selbst verbreitet hat, und die brutale Zwangsislamisierung mit dem Schwert nicht stattfand, da die Christen in der Zeit, genau wie die Muslime, nicht an Jesus als Sohn Gottes, sondern nur als Propheten glaubten. Damit ging alles ganz einfach und die "dummen" Christen seien scharenweise zum Islam übergetreten. Was für ein Mumpitz! Der hat se doch nicht mehr alle!

wannweilerin hat gesagt…

ich habe mir gerade hier einiges im blog duchgelesen, ich krieg immer mehr das kotzen wenn ich von den pfarern lese die den islam propagieren und die kirche verraten und verkaufen. ich glaube an gott aber auf meine weise. ich bin schon vor einiger zeit aus der kirche ausgetreten, aber meine drei kinder sind noch getauft. ich krieg immer mehr die krise, wenn ich diese schnöselpfarrer sehe, die an gar nichts mehr glauben. ich finde immer mehr die großen kirchen sind so tot und damit, dass sie immer der mode hinterherrennen machen sie es noch viel schlimmer. im moment ist es bei den studierten mode zu sagen der islam ist friede,der islam ist tolarant aber das ist eine große lüge. die ganze kirche ist eine einzige lügenkirche geworden und die pfarrer sind die größten lügner!

wannweilerin hat gesagt…

ich sitze gern in der kirche, wenn ich mal ruhe brauche und nah bei gott sein will. ich finde das sehr schön. aber die pfarrer, die verkaufen noch die kirche an die moslems. die sagen immer, allah ist das selbe wie Gott, aber das ist nicht wahr. der glaube geht kaputt und die kirche macht sich schuldig dran.

Anonym hat gesagt…

Das Dümmste empfand ich wo er von den Menschenrechten laberte. Er sprach nur die allgemeine UN-Menschenrechtserklärung von 1948 an und Küngs Gehirnpups von der Stiftung Weltethos. Sachlich ist es so daß die UN-Menschenrechtserklärung mit der muslimischen Kairoer Menschenrechtserklärung von 1990 nicht kompatibel ist, da letztere alles unter Schariavorbehalt stellt. Dies Problem "überwand" Küng, indem er einfach die Pflichten der Menschen erwähnte und zum alleinigen Maßstab machte. Da hinkt dann aber manches auf beiden Füßen, siehe Gleichberechtigung, Demokratie usw. Findeisen phantasierte in einem abgehobenen goldenen Elfenbeinturm eines Philosophen.

chubez hat gesagt…

Hey, wannweilerin, ein Tipp für dich: komm in eine Freikirche. Im Übrigen, wenn du Gott finden willst, lässt er sich auch finden. Dazu brauchst du die etablierten Kirchen gar nicht.
Aber du hast schon recht, die Kirchen erfüllen ihre eigentliche Aufgabe schon lang nicht mehr, nämlich das Evangelium von Jesus Christus zu verkünden und den Menschen Halt zu geben. Stattdessen mischen sie alle möglichen Philosophien und Ideologien in die christliche Glaubenslehre und opfern dafür schon mal die eine oder andere biblischen Kernwahrheit. Zur Zeit ist eben der Islam das neue orientalische Gewürz zum Reinmischen - es riecht so gut wie Tausend-und-eine-Nacht!

Anonym hat gesagt…

Liebe Freunde des christlich-islamischen Dialogs. Was ich hier gelesen habe löste bei mir Trauer und Bestürzung aus! Dieser Hass und diese Wut gegen einen anderen Glauben ist nicht mit Nächstenliebe vereinbar! Für ein friedliches Miteinander brauchen wir gegenseitigen Respekt und Achtung!

Marti hat gesagt…

Liebe/r Anonym,

wie wäre es denn mit konkreten Hinweisen, wo Du hier "Hass und Wut gegen einen anderen Glauben" siehst?

Was Du in Deinem Kommentar schreibst, ist nämlich nichts weiter als die üblichen Phrasen: neben dem oben schon zitierten kommt die unvermeidliche "Trauer und Bestürzung" und die Beschwörung "eines friedlichen Miteinander" und die Oberphrase von "gegenseitigem Respekt und Achtung".

Es fehlen eigentlich nur noch "Vielfalt und Toleranz" und die umvermeidliche "Bereicherung".

Aber mal mal ganz konkret: wenn es hier Wut gibt, dann auf die "Dialog"-Pfarrer und zwar ganz gewaltig!

Wut richtet sich bei uns nicht gegen Muslime sondern gegen das totalitäre System Islam, das eben weit mehr ist, als nur ein "Glaube".

Den Islam als harmlosen "Glauben" hinzustellen ist etwas so intelligent, wie den Marxismus als harmlose "Philosophie".

Die völlig orientierungs- und ahnungslosen "Dialog"-Pfarrer haben ähnlich wie Du, liebe/r Anonym, nichts weiter anzubieten als hirnlose Phrasen und unendliche Schönrednerei.

Damit wird aber nicht ein einziges Problem gelöst, ganz im Gegenteil, mit der Diffamierung von Islamkritik schießt man das Gelände frei für den Vormarsch orthodoxer und fundamentalistischer Muslime.

Die geltungssüchtigen "Dialog"-Pfarrer mit ihrem Gutmenschen-Exhibitionismus machen sich noch micht einmal die Mühe sich Grundkenntnisse über den Islam anzueignen.

Dass sie so jemanden wie Findeisen für einen Islamkenner halten, zeigt, wie völlig weltfremd sie sind, und dass sie vom Islam keine Ahnung haben.

Alle Islamkritiker, die ich kenne, haben nach einem Ereignis, das sie zum nachdenken über den Islam angeregt hat, angefangen sich intensiv über den Islam zu informieren und zwar auf vielfältigste Weise, von Büchern und Filmen über Berichte in Radio und Fernsehen bis hin zu persönlichen Kontakten mit Muslimen und Reisen in islamische Länder. Bei den Jüngeren kommt das Internet dazu.

Die Pfarrer dagegen meinen das Problem allein mit Gesinnung ohne Sachkenntnis lösen zu können. Sie verstehen noch nicht einmal, dass Begriffe wie „Religion“ oder „Glaube“ die Wirklichket des Islam nicht hinreichend erfassen. Ihr Gesinnungsterror hält sie auch davon ab, andere Sichtweisen zur Kenntnis zu nehmen.

Weil sie gefangen sind in ihrer beschränkten Weltsicht und Andersdenkende verteufeln, kommen sich auch nicht heraus aus dem Teufelskreis von Lüge und Selbstbetrug, in dem sie sich verstrickt haben.

Ich möchte Dich hiermit, liebe/r Anonym, da Du ja offensichlich das Weltbild der „Dialog“-Pfarrer teilst, dazu auffordern, Dich eingehender mit dem Islam zu beschäftigen und zwar anhand kritischer Quellen, wie sie im Internet zuhauf zu finden sind.

Schöters Weblog und Schariagegner (die Links stehen oben rechts) sind ein guter Einstieg. Des weiteren möchte ich die Literatur empfehlen, die ganz unten rechts aufgeführt ist.

Die meisten Islamkritiker wenden viel Zeit und Mühe auf sich breit über den Islam zu informeiren, ich möchte auch Dich dazu einladen.

Die blinden Dialogisierer, die sich willig anlügen lassen, laden ein ungeheure Schuld auf sich, meines Erachten nur vergleichbar mit der Schuld der Steigbügelhaltern des Nationalsozialismus und Kommunismus.

Der billige Aufruf zue „Nächstenliebe“ ist hier ebenso fehl am Platze, wie er es im Kampf gegen andere Totalitarismen wäre.

In der Hoffnung, dass Du, liebe/r Anonym, doch noch die Kurve kriegst und Dich tiefer auf die Argumente der Islamkritiker einlässt, verbleibe ich

mit freundlcihen Grüßen

Marti