Montag, 19. April 2010
Christuskirchen-Skandal: Die Kirche mauert
Im Skandal um die Grauen Wölfe in der Christuskirche drückt sich die Kirche um klare Aussagen. Man verweist darauf, dass man das Ganze erst noch prüfen müsse und wartet auf die auf die fehlende Stellungnahme der Türkischen Gemeinschaft Organisation Reutlingen (TGO). Ein Artikel in der Südwest Presse bringt die Einzelheiten.
Mittwoch, 14. April 2010
Die Grauen Wölfe in der Christuskirche - ein Video und ein Artikel mehr
Hier ein weiterer Videobericht zu den Grauen Wölfe in der Christuskirche, der vorgestern, am 12. 4., im RTF1 lief.
Dazu noch ein Artikel von Benjamin Hechler, der bereits am letzten Samstag im Schwäbischen Tagblatt erschien, jedoch nicht online verfügbar ist und deshalb übersehen wurde. Er sei nun hier dokumentiert:
MIT ENGELSZUNGEN
Wer mit dem Grauen Wolf tanzt
Wolfgang Hartmann, Pfarrer der evangelischen Christusgemeinde in der Tübinger Vorstadt, will den Dialog mit anderen Religionen vorantreiben. Das hat sich die Gemeinde 2009 auf die Fahne geschrieben. Seither sucht sie mit der benachbarten „Türkischen Gemeinschaft Organisation Reutlingen“ (TGO) den Schulterschluss, will sich mit der anderen Religion austauschen - was bei zunehmender Gleichsetzung von Islam und Islamismus dringend nötig ist.
Ein paar Mal im Jahr ist die TGO zu Gast im Gemeindehaus und weiß, dass dort politische Veranstaltungen verboten sind. Mit dem Handy filmte aber jemand im Januar 2009 ein Konzert im Gemeindehaus, bei dem mehrere Jugendliche den so ganannten Wolfsgruß zeigen. Dabei werden der Zeigefinger und der kleine Finger abgespreizt – quasi der türkische Hitlergruß. Das Video ist kürzlich im Internet aufgetaucht und man sieht auch, dass eine Flagge der ultrarechten „Grauen Wölfe“ im Gemeindehaus der Christuskirche hing. Anti-islamische Gruppen lachen sich in Internetblogs ins Fäustchen, sehen begründet, dass der Verfassungsschutz die TGO im Auge hat.
Dazu kommt der Drehort des Videos: Eine rechtsradikale Polit-Veranstaltung in der Christuskirche, organisiert von den muslimischen Nachbarn der Christengemeinde? So scheint es. Und der Verein selbst spielt seinen Kritikern in die Hände. Der Vorstand entschied sich, dem TAGBLATT nichts zu den Vorwürfen zu sagen. Die TGO soll der „Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Deutschland“ näher stehen, das zeigt das Idealistenvereins-Emblem im Vereinsbanner der TGO. Der Idealistenverein ist auch bekannt als MHP-Partei oder „Graue Wölfe“, die als Paramilitärs in den 1970 und 80er Jahren die PKK bekämpften. Die nächste Veranstaltung des Vereins in der Christuskirche ist jedenfalls abgesagt. „Ich möchte erst, dass die Sache geklärt ist, sagt Pfarrer Hartmann.
Für Pfarrer Hartmanns Vorgänger Ernst-Ullrich Schmidt, ist die mögliche Gesinnung der TGO keine Überraschung. Er glaubt, sein Nachfolger hätte wissen müssen, das türkische Faschisten bei der TGO sind. „Das darf es in kirchlichen Räumen nicht geben.“ Schmidt geht auch den Kirchengemeinderat hart an: “Der ist nicht in der Lage ein kritisches Amt auszuüben.“ Schon vor dem Video hätte es Ärger gegeben, weil Hartmann Wandteppiche mit religiösen Symbolen für Veranstaltungen verhängen ließ .
Polizeisprecherin Andrea Kopp sieht die Zusammenarbeit mit der TGO offener. Für die Kampagne „Hand in Hand -für die Zukunft unserer Kinder“ holte die Polizeidirektion Reutlingen auch die TGO ins Boot – obwohl der Verein vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. Man habe sich dafür entschieden „weil es keine politische Agitation gab“, sagt Kopp. Ob die TGO dabeibleibt, will die Polizei jetzt prüfen.
Der christlich-muslimische Dialog sei grundsätzlich zu begrüßen, sagt auch Schmidt, doch müsse „gefragt werden, mit wem.“ Die TGO lässt Wolfgang Hartmann und seine Gemeindemitglieder ratlos zurück, eine helfende Reaktion gab es nicht. Das Schweigen der TGO versetzt dem Religions-Dialog einen derben Schwinger – hoffentlich war es kein K.-o.-Schlag für die Annäherung von Islam und Christentum in der Tübinger Vorstadt.
Montag, 12. April 2010
Arbeitskreis Christlicher Kirchen wusste von Rechtsextremisten in der Christuskirche
Heute enthüllt ein Artikel in der Südwest Presse, dass der Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) in Reutlingen spätestens seit Dezember 2009 von den rechtsextremen Umtrieben in der Christuskirche wusste. Die vielfältig engagierte Ragini Wahl schickte im Dezember 2009 einen Brandbrief an die ACK-Delegierten, in dem sie über die wahren Hintermänner der TGO aufklärte. Zum Artikel, der die ganzen Hintergründe aufklärt, gehts hier.
Samstag, 10. April 2010
Die Grauen Wölfe in der Christuschriche - zwei Artikel und ein Video
Zum Thema Graue Wölfe in der Christuskirche gibt es zwei neue Artikel: Es gab Hinweise auf die "Wölfe" und Debatte um "Wolfsgruß" im Gemeindesaal, beide in der Südwest Presse erschienen. Bereits vor zwei Tagen sendete der Südwestfunk in "Baden-Württemberg aktuell" folgenden Bericht: Dialog der Religionen gestört - Rechtsextreme "Graue Wölfe" nutzten Reutlinger Christuskirche für Treff.
Samstag, 3. April 2010
Christuskirche: Der "Wolfsgruß" im Gemeindesaal
Die Südwestpresse bringt heute einen sehr aufschlussreichen Bericht über das Treiben der Grauen Wölfe in der Christuskirche:
Reutlingen. Die "Türkische Gemeinschaft" bleibt im Visier der Verfassungsschützer. Derweil sorgt ein Video für Aufregung, das eine Feier der TGO im Gemeindesaal der Christuskirche zeigt. Mit ultrarechtem "Wolfsgruß".
Noch im Februar hatten Vertreter der Türkischen Gemeinschaft Organisation Reutlingen (TGO) von einem Versehen gesprochen, das sie ins Visier der Verfassungsschützer gebracht habe. Doch das Landesamt für Verfassungsschutz hat dieser Zeitung nun erneut bestätigt, dass die TGO beobachtet wird. Die Verfassungsschützer rechnen den Verein der ultrarechten "Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Deutschland" (ADÜTDF), auch bekannt unter dem Namen "Graue Wölfe" zu. Und belegen dies zum Beispiel damit, dass die TGO das entsprechende Emblem der "Förderation" in ihrem Vereinsbanner verwendet. Auch die türkische Internetseite der TGO Reutlingen zeigt nicht nur das Wolfsemblem, sondern bezieht sich ebenfalls auf den als "Führer" verherrlichten Gründer der Bewegung, Alparslan Türkes. Den Rest des Artikels gibt es hier.
Samstag, 6. Februar 2010
Eine Dialogveranstaltung und die Reaktionen
Am 26. Januar fand um 19.30h in der Christuskirche in Reutlingen eine Dialogveranstaltung statt. Das Motto war „was ich dich schon immer fragen wollte“ und das ganze sollte eine „christlich-islamische Begegnung“ sein.
Der GEA berichtete am 29. unter der Überschrift "Miteinander ohne Vorurteile" darüber, in der Südwestpresse erschien der Artikel "SO GESEHEN: Heikler Dialog" und der SWR brachte einen etwa fünf Minuten langen Bericht in seinem Hörfunkprogramm, der leider nicht online verfügbar ist.
Heute erschienen im GEA insgesamt vier Leserbriefe zu dieser Dialogveranstaltung:
"Bibelsätze um die Ohren schlagen?" von Eberhard Braun, Pfarrer i.R., was er jedoch dem Leser vorenthält, Reutlingen.
"Unerträglich" von Angelika Baltzer, Reutlingen, leider vom GEA nicht klar dem Artikel von 29. 1. zugeordnet.
"Kritische Fragen nicht zugelassen oder verdreht" von Liselotte Weidle, Reutlingen.
"Schäme mich für diese christliche Gruppe" von Gerhard Oehlmann, ebenfalls Pfarrer i.R., was er dem Leser mitteilt, Reutlingen.
Die Südwestpresse erschien darüberhinaus heute der Artikel "Gemeinsam für Frieden".
Einen Bericht von der Dialogveranstaltung gab es auch bei Kybelines Weblog "Europäischen Werte" von Gastautor Reconquistar: "Dialog der Religionen: Was die Reutlinger Kleriker über die Grauen Wölfen nicht wissen möchten".
Liest man all die verschiedenen Berichte durch, hat man den Eindruck, dass es da eine Gruppe von Pfarrern bzw. Pfarrern im Ruhestand gibt, die zusammen mit einigen wenigen Gleichgesinnten auf Teufel komm raus der Öffentlichkeit das Bild eines friedlichen und toleranten Islams verkaufen wollen.
Die vereinigten Pfarrer bestehen unter anderem aus Pfarrer Wolfgang Hartmann, Pfarrer Albrecht Ebertshäuser, Pfarrerin Christina Hörnig, Eberhard Braun, Pfarrer i.R., Gerhard Oehlmann, Pfarrer i.R, Dekanatsreferent Thomas Münch und Norbert Brücken, Pastoralreferent von Sankt Peter und Paul.
In ihren Mitteln scheint die Gruppe nicht zimperlich zu sein: Gegner werden verunglimpft und, wo immer es geht, mundtot gemacht, ihnen wird Fundamentalismus, Fremdenfeindlichkeit, generelle Islamfeindlichkeit, magelnde Differenziertheit und ähnliches unterstellt. Mit den Fakten nimmt man es nicht so genau, sowohl was den Islam betrifft, als auch in der Auseinandersetzung mit dem Gegner.
Problematisches, wie etwa, dass die "Türkische Gemeinschaft Org.", den man zum Dialog geladen hat, vom Verfassungsschutz den grauen Wölfen zugeordnet wird, versucht man, wo immer möglich, zu vertuschen oder schönzureden.
Die versammelten Pfarrer und ihre Anhänger verfügen natürlich über beste Verbindungen zu Medien und Behörden, schließlich sind die großen Kirchen ja wer.