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Mittwoch, 12. Januar 2011

Die Geschichte der politischen Korrektheit


Unter diesem Tiel wurde vor kurzem ein sehr lesenswertes Dokument im Internet veröffentlicht. Es erzählt die Geschichte des Kultur-Marxismus, der heute in starkem Maße unseren öffentlichen Diskurs prägt. Nur wer weiß, woher bestimmte Einstellungen und Denkmuster kommen, kann sie richtig einschätzen und gegebenenfalls bekämpfen.

Der Text erklärt überzeugend, wie es kommt, dass heute wichtige Teile der öffentlichen Meinung die Zerstörung der westlichen Kultur nicht nur billigen, sondern nicht selten alles tun, um diese Zerstörungswerk zu fördern.

Hier gehts zum Download diese wichtigen Dokuments.

Den wichtigsten Teil des Texts (mit kleinen Änderungen) kann man direkt hier lesen:

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges gab es in Westeuropa mehrere Versuche kommunitische Regimes zu etablieren, djavascript:void(0)ie jedoch alle bei dem Versuch scheiterten, breite Unterstützung von den Arbeitern zu erlangen. Diese Ereignisse brachten die marxistischen Revolutionäre in ein Dilemma. Nach der marxschen ökonomischen Theorie wurden die unterdrückten Arbeiter als die Nutznießer einer gesellschaftlichen Revolution angesehen, die sie an die Spitze der Machtstruktur setzte. Als sich nun Gelegenheiten zur Revolution geboten hatten, reagierten die Arbeiter nicht darauf. Die Marxisten sahen die Schuld für diese Fehlschläge nicht in ihrer Theorie. Sie beschuldigten die Arbeiter.

Eine Gruppe marxistischer Intellektueller löste nun dieses, ihr Dilemma, indem sie, anders als Marx, nicht die ökonomische Ordnung der Gesellschaft untersuchten, sondern ihren kulturellen Überbau. Der italienische Marxist Antonio Gramsci und der ungarische Marxist Georg Lukacs trugen am meisten zu diesem neuen kulturellen Marxismus bei.

Antonio Gramsci arbeitete 1923-24 in Moskau und Wien für die Kommunistische Internationale. Später wurde er in einem von Mussolinis Gefängnissen inhaftiert, er schrieb dort seine berühmten Gefängnishefte. Unter Marxisten ist Gramsci für seine Theorie der kulturellen Herrschaft als Mittel der Klassendominanz bekannt. Aus seiner Sicht musste ein neuer „Kommunistischer Mensch“ erschaffen werden, bevor eine politische Revolution möglich wäre. Dies führte nun dazu, dass sich diese Intellektuellen verstärkt den Bereichen der Bildung und der Kultur widmeten. Gramsci stellte sich einen langen Weg durch die gesellschaftlichen Institutionen vor, d.h. durch Regierung, Justiz, Militär, Schulen und Medien. Er hat ebenfalls geschlussfolgert, dass, solange die Arbeiter Christen seien, sie nicht auf revolutionäre Aufrufe reagieren würden.

Georg Lukacs war der Sohn eines wohlhabenden ungarischen Bankiers. Lukacs‘ politische Karriere begann als Mitarbeiter der Kommunistischen Internationale. Sein Buch Geschichte und Klassenbewusstsein brachte ihm den Ruf des bedeutendsten marxistischen Theoretikers seit Marx selbst ein. Lukacs glaubte, dass für das Aufkommen einer neuen marxistischen Kultur die vorherrschende Kultur zerstört werden müsse. Er sagte unter anderem: „Ich sehe die revolutionäre Zerstörung der Gesellschaft als die eine und einzige Lösung für die kulturellen Widersprüche unserer Epoche an“ und „Solch ein weltweiter Umsturz von gesellschaftlichen Werten kann nicht geschehen, ohne dass die alten Werte vernichtet und neue von den Revolutionären geschaffen werden.“

Als er 1919 stellvertretender Volkskommissar für Unterrichtswesen im bolschewistischen Regime von Bela Kun in Ungarn wurde, startete Lukacs ein Programm, das als Kultureller Terrorismus bekannt wurde. Als Teil dieses Programms führte er ein radikales Sex-Erziehungsprogramm in ungarischen Schulen ein. Ungarischer Kinder wurden in freier Liebe und Sexualverkehr unterrichtet und lernten auch, dass der Kodex der Mittelklasse-Familien archaisch sei, Monogamie überholt und Religion, die den Menschen alle Freuden vorenthalte, irrelevant sei. Frauen wurden ebenfalls aufgerufen, gegen die Sitten der Zeit zu revoltieren.
1923 gründeten Lukacs und andere, der Kommunistischen Partei Deutschlands zugehörige Intellektuelle das Institut für Sozialforschung an der Universität Frankfurt in Frankfurt am Main. Das Institut, welches als Frankfurter Schule bekannt wurde, war dem Marx-Engels-Institut in Moskau nachempfunden. 1933, als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernahmen, flohen die Mitglieder der Frankfurter Schule. Die meisten kamen in die Vereinigten Staaten.

Die Mitglieder der Frankfurter Schule führten unzählige Studien über Meinungen, Einstellungen und Werte, die aus ihrer Sicht verantwortlich für den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland waren. Diese Studien kombinierten Marxistische Analyse mit Freudscher Psychoanalyse, um die Grundlagen der Westlichen Kultur zur kritisieren, unter anderem Christentum, Kapitalismus, die in der Gesellschaft verwurzelten Vorstellungen von Autorität, Familie, Patriarchat, Hierarchie, Moral, Tradition, sexueller Enthaltung, Loyalität, Patriotismus, Nationalismus, Vererbungslehre, Ethnozentrismus, Konventionen und Konservativität. Die Kritik an all diesen Dingen, zusammen als Kritische Theorie bekannt, wurden in Werken der Frankfurter Schule, wie z.B. Erich Fromms „Die Furcht vor der Freiheit“ und „Das Christusdogma“, Wilhelm Reichs „Die Massenpsychologie des Faschismus“ und Theodor Adornos „Die autoritäre Persönlichkeit“ entwickelt.

Das Buch „Die Autoritäre Persönlichkeit“ beeinflusste Psychologen und Sozialwissenschaftler besonders stark. Grundlage dieses Buches war die Annahme, dass das Vorhandensein von Christentum, Kapitalismus und eines patriarchalisch-autoritären Familienbildes eine Charakterneigung zu Rassenvorurteilen und dem deutschen Faschismus herausbilden würden.

Die Kritische Theorie beinhaltet verschiedene untergeordnete Theorien, die spezifische Elemente der existierenden7 Kultur verändern sollten, indem sie Teile entfernten; dies waren die „Matriarchalische Theorie“, die „Androgyne Theorie“, die „Persönlichkeitstheorie“, die „Autoritätstheorie“, die „Familientheorie“, die „Sexualtheorie“, die „Rassentheorie“, die „Rechtstheorie“ und die „Literaturtheorie“. Diese Theorie wurden nach dem Umsetzen in die Praxis dazu genutzt, die vorherrschende soziale Ordnung zu überwinden und eine gesellschaftliche Revolution herbeizuführen.

Die Verfechter der Kritischen Theorie an der Frankfurter Schule erkannten, dass die traditionellen Glaubensgrundsätze und Einstellungen und die existierende gesellschaftliche Struktur zerstört und ersetzt werden müsste, bevor dieses Ziel erreicht werden könnte. Die patriarchalische Gesellschaftsstruktur würde von einer matriarchalischen ersetzt; der Glaube, dass Männer und Frauen verschieden sind und daher verschiedene Rollen haben, würde durch Androgynität ersetzt; und die Auffassung, dass Heterosexualität normal ist, würde durch der Auffassung ersetzt, das Homosexualität ebenfalls normal sei.

Als Hauptmaßnahme, um weißen heterosexuellen Männern jeden innewohnenden Wert abzusprechen, brachten die Anhänger der Kritischen Theorie die Theorien der Trotzkisten zu ethnischen und sexuellen Gegensätzen ein. Leo Trotzki glaubte, dass die unterdrückten Schwarzen die Vorhut einer kommunistischen Revolution in Amerika sein würden. Er prangerte die weißen Arbeiter an, die Vorbehalte gegen Schwarze hegten, und verlangte von ihnen sich mit den Schwarzen zur Revolution zu vereinen. Trotzkis Ideen wurden später von vielen Studentenführern der Gegenkultur-Bewegung in den 1960ern aufgenommen, die versuchten, verantwortungsvolle Positionen in ihrer Bewegung mit Schwarzen zu besetzen.

Die studentischen Revolutionäre wurden auch sehr stark von den Ideen Herbert Marcuses beeinflusst, einem anderen Mitglied der Frankfurter Schule. Marcuse predigte die „Große Weigerung“ (eine Zurückweisung aller westlichen Konzepte), sexuelle Freizügigkeit und den Wert der Auflehnung der Feministinnen und Schwarzen. Seine primäre These war, dass Universitätsstudenten, die Schwarzen aus den Ghettos, die Entfremdeten, die Asozialen und die Dritte Welt den Platz des Proletariats in einer kommunistischen Revolution einnehmen könnten. In seinem Buch „Versuch über Befreiung“ stellte Marcuse seine Ziele einer radikalen Werteumwälzung dar: die Aufhebung von Tabus, kulturellen Umsturz, die Kritische Theorie und eine Revolution im Bereich der Linguistik, die zu einer methodischen Umkehr der Bedeutung genutzter Sprache führen sollte. In Bezug auf den Rassenkonflikt schrieb Marcuse, dass weiße Männer schuldig seien und Schwarze die natürlichste Kraft der Rebellion.

Marcuse ist wahrscheinlich das wichtigste Mitglied der Frankfurter Schule im Hinblick auf die Ursprünge der Politischen Korrektheit, weil er die kritische Verbindung zur Gegenkultur der 1960er Jahre darstellt. Sein Ziel war klar: „Man kann sicherlich von einer kulturellen Revolution sprechen, weil der Protest gegen das gesamte kulturelle Establishment gerichtet ist, einschließlich der Moralvorstellungen der derzeitig existierenden Gesellschaft…“ Sein Ansatz war, die mächtige archaische Kraft sexueller Beziehungen von ihren zivilisatorischen Schranken zu befreien, eine Botschaft, die er in seinem 1955 erschienenen Buch „Eros und Kultur“ predigte. Marcuse wurde einer maßgeblichsten Gurus der sexuellen Rebellion der Jugend in den 1960ern; er selbst prägte den Ausspruch „make love, not war“.Mit dieser Rolle war die Kette des marxistischen Einflusses auf die Jugend durch die Frankfurter Schule komplett: von Lukacs‘ Dienst als stellvertretender Volkskommissar für Unterrichtswesen 1919 bis zu den Studenten, die in den 1960er Jahren die nationalen Flagge verbrannten und Gebäude der Universitätsverwaltungen besetzten. Heute sind viele eben dieser damals betroffenen Universitäten Bastionen der politischen Korrektheit – und frühere studentische Radikale sind Teile des Lehrkörpers geworden.

Eine der Personen, die den größten Beitrag zur Politischen Korrektheit geleistet haben, war Betty Friedan. In ihrem Buch „Der Weiblichkeitswahn oder Die Selbstbefreiung der Frau. Ein Emanzipationskonzept“ verband sie den Feminismus und Abraham Maslows Theorie des Selbstverwirklichung. Maslow war ein Sozialpsychologe, der in seinen frühen Jahren Forschung über weibliche Dominanz und Sexualität betrieben hatte. Maslow war ein Freund Marcuses und ebenfalls an der Brandeis-Universität und hatte Erich Fromm 1936 getroffen. Er war stark beeindruckt von Fromms Ideologie der Frankfurter Schule. 1944 wurde der von ihm geschriebene Artikel „Die autoritäre Charakterstruktur“ veröffentlicht, der die Persönlichkeitstheorie innerhalb der Kritischen Theorie reflektierte. Ebenso war Maslow beeindruckt von der Arbeit von Wilhelm Reich, der ein weiterer Urheber der Persönlichkeitstheorie der Frankfurter Schule war.

Die Bedeutung der historischen Wurzeln der Politischen Korrektheit kann nicht vollständig erkannt werden, ohne dass man Betty Friedans Revolution der sexuellen Rollenverteilung als das begreift, was sie ist: eine Manifestation des sozialrevolutionären Prozesses, der von Karl Marx begonnen wurde. Die Bezugnahme Friedans auf Abraham Maslows Reflektionen der Ideologie der Frankfurter Schule ist nur ein Indikator dafür. Andere sind die Übereinstimmung von Friedans Revolution der sexuellen Rollenverteilung mit Georg Lukacs‘ Ansatz zur Vernichtung der alten Werte und der Erzeugung von neuen und mit Herbert Marcuses Umwertung der Werte. Aber die Idee der Umwandlung des Patriarchats in ein Matriarchat – was genau das ist, was die Umkehr geschlechtsspezifischer Rollen bewirken soll – kann direkt zu Friedrich Engels Buch „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ zurückverfolgt werden. Dieses Buch erschien erstmals 1884 und popularisierte die heute akzeptierte feministische Ansicht, dass tief verwurzelte Diskriminierung gegen das weibliche Geschlecht ein Mittel des Patriarchats sei. Der Glaube, dass das Matriarchat der Ausweg aus dem Patriarchat sei, entstammt Marx‘ Kommentaren in dem 1845 erschienenen Buch „Die Deutsche Ideologie“. In diesem Buch baut Marx die Annahme aus, dass Frauen und Kinder der wichtigste Besitz patriarchalischer Männer seien. Die Matriarchalische Theorie der Frankfurter Schule und ihr naher Verwandter, die Androgyne Theorie, sind beide aus diesen Quellen abgeleitet.

Wenn die Verfechter der Politischen Korrektheit – oder des kulturellen Marxismus, wenn man den richtigen Namen verwenden will – die allgemeine Öffentlichkeit ansprechen, dann präsentieren sie ihre Ansätze sehr attraktiv. Sie sagen, dass alles nur eine Frage der „Sensibilität“ gegenüber anderen sei. Sie nutzen Worte wie „Toleranz“ und „Vielfalt“ und fragen: „Warum können wir nicht alle miteinander auskommen?“

Die Realität aber sieht komplett anders aus. In der Politischen Korrektheit geht es nicht nur darum, „nett zu sein“, jedenfalls nicht, ohne dass man denkt, Gulags seien nette Einrichtungen. Politische Korrektheit ist Marxismus, und zwar mit allem, was daraus folgt: Verlust der Meinungsfreiheit, Gedankenkontrolle, Umsturz der Gesellschaftsordnung und letztendlich ein totalitärer Staat. Überhaupt, der von der Frankfurter Schule erzeugte kulturelle Marxismus ist weitaus beängstigender, als der alte, ökonomische Marxismus, der Russland und Osteuropa ruiniert hat.

Montag, 11. Oktober 2010

Neues Buch: "Feindbild Islamkritik"


Ganz neu erscheinen ist ein von Hartmut Krauss herausgegebener Sammelband mit 22 Autoren, der jeden Islamkritiker interessieren dürfte. Hauptthema des Bandes ist die Verteufelung jeglicher Islamkritik als "Rassismus" und "Fremdenfeindlichkeit". In der Vorankündigung (www.hintergrund-verlag.de) zum Buch heißt es:

Um das innereuropäische Protestpotenzial gegenüber der islamischen Herrschaftskultur möglichst schon im Keim zu ersticken, haben muslimische Verbände mit staatlicher und medialer Unterstützung sowie im Verbund mit Konvertiten und islamophilen Kräften eine weit verzweigte Drohkulisse aufgebaut. Diese „Szene“ ist darauf ausgerichtet, Kritik am Islam per se in die Verdachtszone des „Rassismus“ und der „Fremdenfeindlichkeit“ zu rücken, um so von der Tatsache abzulenken, dass der Islam selber das religiös-ideologische Fundament einer autoritären, repressiven und reaktionären Herrschaftsformation bildet.

Andererseits ist die Diskursmacht der kritischen Islamanalyse, d.h. ihre Fähigkeit und Möglichkeit, angesichts einer überwältigenden Fakten- und Ereignislage größere Teile der Gesellschaftsmitglieder von der Richtigkeit und Angemessenheit ihrer Positionen und Einsichten zu überzeugen, in der letzen Zeit zweifellos gewachsen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Internet als basisdemokratisches Informations- und Kommunikationsforum einer kritischen Gegenöffentlichkeit.

Im Kontext dieses Mediums ist es gelungen, die selektiven Informationsblockaden, Ausgrenzungsregeln und Bewertungsklischees der postdemokratischen Mainstream-Medien zu konterkarieren und ein Stück weit zu überwinden. Dieser Terraingewinn neuer fortschrittlich-emanzipatorischer Kräfte, die im Sinne einer universalistischen Orientierung auch nichtwestliche Herrschaftssysteme, Kulturen und Ideologien kritisch analysieren, hat nun - wie nicht anders zu erwarten - hysterische Reaktionen seitens der unterschiedlichen Interessenfraktionen der „Islambeschützer“ hervorgerufen. In deren Antworten geht es im Grunde immer um ein und dasselbe, nämlich um die pauschale Diffamierung von Islamkritik als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „islamophob“ etc. bei gleichzeitiger Ausblendung, Verkennung oder Dementierung der enormen reaktionären Herrschafts- und Gewaltpotenziale, die dem orthodoxen Islam untrennbar eingeschrieben sind. In Auseinandersetzung mit dieser Front der Islamapologetik gilt es immer auch zu beachten, dass nicht nur der Rassismus ein Wahn ist. Auch der Rassismusvorwurf selbst stellt in zahlreichen Fällen ein aggressives Wahngebilde dar, das eigens zu dem verleumderischen Zweck eingesetzt wird, Kritik an einer radikal antiemanzipatorischen und menschenrechtsfeindlichen Ideologie mit Mitteln der negativen Etikettierung abzuwehren.

Mit Beiträgen von:

Mina Ahadi, Sami Alrabaa, Heinz Gess, Ralph Giordano, Assia Maria Harwazinski, Luka Höfler, Hans-Michael Höhne-Pattberg, Siegfried Kohlhammer, Ryszard Kotonski, Hartmut Krauss, Matthias Küntzel, Thomas Maul, Conny Axel Meier, Thomas Müller, Edward von Roy, Gabi Schmidt, Felix Struening, Karin Vogelpohl, Andreas Widmann, Philippe Witzmann, Huda Zein

Hartmut Krauss (Hg.) (2010): Feindbild Islamkritik. Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden. Osnabrück: Hintergrund Verlag 2010, 360 Seiten, 15 Euro.

Donnerstag, 25. März 2010

Zwei sehr gute neue Bücher


Genau vor einer Woche ist Necla Keleks neues Buch Himmelsreise - Mein Streit mit den Wächtern des Islam erschienen. Es ist, wie ihre drei vorherigen für ein breiteres Lesepublikum, sehr gut und hoch informativ geworden.

Man lernt nicht nur sehr viel Neues über die Situation von Muslimen in Deutschand, es gibt auch einen Schnellkurs zur Einführung in die islamische Überlieferung, man erfährt einiges über die Islamverbände und vor allem äußert sie sich zu den Ereignissen der letzen Zeit rund um den Islam.

Das Buch sei jedem, der mehr über den Islam erfahren will, wärmstens ans Herz gelegt. Ein Auszug aus ihrem neuen Buch ist übrigens in der WELT vom 13. März erschienen.

Ein weiteres herausragendes Buch zum Thema Islam, das bereits am 27. Januar erschienen ist, ist das Buch Terra Islamica - Auf der Suche nach der Welt meines Vaters (Stranger to History: A Son's Journey Through Islamic Lands) von Aatish Taseer.

Ein junger Journalist, der in Indien bei seiner Mutter aus der Religionsgemeinschaft der Sikh aufgewachsen ist, macht sich auf die Suche nach seinem muslimischen Vater, der in Pakistan lebt. Um seinen Vater und das Nachbarland Pakistan besser verstehen zu lernen, macht er eine achtmonatige Reise durch die islamische Welt, von der Türkei über Syrien, Saudi-Arabien und Iran nach Pakistan.

Er will auf diese Weise sein muslimisches Erbe erkunden und gleichzeitig seinem Vater näher kommen. Sein sensibler Bericht gehört zur ganz großen Reiseliteratur und ist zu Recht mit Naipauls Islamischer Reise (Among the Believers: An Islamic Journey) und Jenseits des Glaubens (Beyond Belief: Islamic Excursions among the Converted Peoples ) verglichen worden. Auch dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen!