Montag, 8. November 2010
Stellungnahme von Islamwissenschaftlern zur Einrichtung des Faches "Islamische Studien" an deutschen Universitäten
Hier die Dokumentation der "Stellungnahme von Fachvertreterinnen und -vertretern der Islamwissenschaft und benachbarter akademischer Disziplinen zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrats vom Januar 2010 und zur Einrichtung des Faches "Islamische Studien" an deutschen Universitäten":
"Am 14. Oktober 2010 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass es in Tübingen und Münster/Osnabrück den Aufbau von universitären Zentren für "Islamische Studien" zu fördern beabsichtigt. Dort sollen künftig unter staatlicher Aufsicht Lehrer für Islamischen Religionsunterricht, aber auch Moscheepersonal (Imame) und muslimische Sozialarbeiter ausgebildet werden. Für das Frühjahr 2011 ist die Auswahl weiterer Universitätsstandorte geplant, an denen mit Bundesmitteln Zentren für "Islamische Studien" aufgebaut werden sollen. Grundlage der Entscheidung des BMBF sind die am 29. Januar 2010 veröffentlichten "Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen" des Wissenschaftsrats (WR), in denen die Einrichtung eines bekenntnisorientierten, theologisch konzipierten Faches namens "Islamische Studien" an mehreren deutschen Universitäten gefordert wurde."
"Wie der Wissenschaftsrat und die Bundesregierung gehen wir davon aus, dass die Schaffung von universitären Zentren für Islamische Theologie zur gesellschaftlichen und akademischen Integration der Muslime in Deutschland beitragen kann. Aus der Perspektive derjenigen akademischen Fächer, die sich bislang der wissenschaftlichen Erforschung des Islams als Religion und Kultur gewidmet haben, insbesondere der Islamwissenschaft, können mehrere zentrale Punkte dieser Initiative jedoch nicht widerspruchslos hingenommen werden. Wir fordern hiermit alle Entscheidungsträger, die an der Umsetzung der WR-Empfehlungen und der Pläne des BMBF beteiligt sind, nachdrücklich auf, diese zu beachten:"
"1. Die Benennung des neuen Faches als "Islamische Studien" ist in hohem Maße irreführend, denn dadurch verschwimmen in bedenklicher Weise die Grenzen zur Islamwissenschaft in ihrer heutigen Form. Das vom WR geforderte Fach ist bekenntnisgebunden und muss als das benannt werden, was es dem Inhalt nach ist: Islamische Theologie. So wird es auch in den Empfehlungen der 1. Islamkonferenz (25. Juni 2009) bezeichnet, offenkundig mit Zustimmung der muslimischen Vertreter. Die Argumente, die der WR gegen eine derartige Namensgebung anführt, sind nicht stichhaltig. Die Islamwissenschaft ist dagegen ein bekenntnisneutrales Fach, dessen Erkenntnisinteresse sich über den Islam als theologisches Normensystem hinaus in thematisch breiter Ausdifferenzierung auf die Geschichte und Kultur muslimischer Gesellschaften in Vergangenheit und Gegenwart erstreckt. Wenn an den Universitäten ein neues Fach neben der Islamwissenschaft etabliert wird, sollte dessen Bezeichnung nicht mißverständlich, sondern präzise und wissenschaftstheoretisch begründet sein und die grundsätzlichen Unterschiede zwischen beiden Fächern nicht verwischen."
"2. Als bekenntnisgebundene Theologie muss das Fach in einem entsprechenden institutionellen Kontext verankert werden. Das kann an einer religionspluralen allgemeinen Theologischen Fakultät geschehen oder an einer eigens einzurichtenden Fakultät für Islamische Theologie, ersatzweise auch an Zentren, die direkt der jeweiligen Universitätsleitung unterstellt sind. Die vom WR geforderte Ansiedlung an Philosophischen oder Kulturwissenschaftlichen Fakultäten stellt dagegen einen Eingriff in deren wissenschaftliches Selbstverständnis dar und erscheint uns auch deshalb abwegig, weil die für das Fach neu zu schaffende Promotion eine theologische sein muss."
"3. Zusammensetzung, Rolle und Kompetenzen der vom WR vorgeschlagenen muslimischen Beiräte müssen weitaus genauer definiert werden, als das bislang der Fall ist. Das gilt vor allem in Anbetracht des Fehlens historisch gewachsener staatskirchenrechtlicher Vereinbarungen zwischen der Religionsgemeinschaft und dem Staat. Die weitreichenden Mitspracherechte bei der Stellenbesetzung, die den Beiräten zugestanden werden (faktisch denen der christlichen Kirchen entsprechend), stellen grundsätzlich einen Eingriff in die Autonomie der Universität dar. In der vorliegenden unklaren Form ist dies völlig inakzeptabel."
"4. Nicht zuletzt fordern wir eine größere Transparenz sowohl im Hinblick auf die Empfehlungen des WR selbst als auch auf deren Umsetzung durch Politik und Universitätsleitungen. Wer entscheidet aufgrund welcher Kriterien, welche Standorte schließlich ausgewählt werden? Der Wettlauf, den sich mehrere Universitäten derzeit um die vom Bund in Aussicht gestellten Mittel liefern, muß nach klar nachvollziehbaren Regeln entschieden werden. Die akademische – nicht minder aber auch die steuerzahlende – Öffentlichkeit darf bei einem Verfahren mit derart weitreichenden Konsequenzen nicht einfach übergangen werden."
Sonntag, 7. November 2010
Bericht von der Mahnwache vor der Nikolaikirche in Reutlingen
In Reutlingen und Umgebung existiert heute eine lebhafte islamkritische Szene, die teilweise unter dem Dach von BPE organisiert ist, teilweise als PI-Gruppe und teilweise als lockeres Netzwerk, bei dem vor allem entschiedene Christen mitarbeiten.
Eine Aktivistin ergriff am Dienstag die Initiative eine Mahnwache für die über 50 ermordeten Christen der Sajjidat-al Nadscha Kirche in Bagdad am 31. Oktober abzuhalten. Schnell fanden sich fünf Leute, die bereit waren das Ganze mitzuorganisieren.
Die Gedenkstelle vor der Nikolaikirche wurde mit einem Kranz von Blumen und Kerzen auf dem Boden sowie dahinter aufgestellten Holzkreuzen, erklärenden Plakaten und Schrifttafel errichtet. Eigens für diesen Anlass geschriebene Flugblätter und Infomaterial von Open Doors, BPE und der Arbeitsgruppe für Verfolgte Christen aus Fellbach wurden den Passanten angeboten.
Insgesamt haben etwas mehr al 20 Personen bei der Mahnwache mitgemacht. Die 120 Flugblätter gingen so schnell weg, dass wir mehrmals nachkopieren mussten; insgesamt haben wir etwa 500 Stück verteilt.
Von deutschen und auch ausländischen Passanten kamen mehrere positive Reaktionen wie, „finde ich sehr gut, diese Aktion“ oder „gut, dass nicht immer nur muslimischen Opfern gedacht wird“. Was uns besonders ermutigte, waren die zahlreichen lebhaften Diskussionen die dann entstanden. Auch mehrere Muslime mischten sich in die Diskussionen ein, darunter auch bärtige Islamisten in entsprechender Kluft.
Gegen Ende der Mahnwache kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem der Islamisten, weil er uns gegen unseren Willen filmte. Die herbeigerufene Polizei nahm die Personalien des Filmers auf.
Hiernoch ein Links zu einem weiteren Bericht:
Kybeline: Mahnwache gegen Christenermordung
Donnerstag, 4. November 2010
Am kommenden Samstag: Mahnwache für ermordete Christen im Irak - vor der Nikolaikirche (Citykirche) in Reutlingen
Am kommenden Samstag, dem 6. November 2010, findet von 11 bis 13 Uhr in Reutlingen vor der Citykirche in der Wilhelmstraße eine Mahnwache anlässlich des jüngsten islamischen Terrors gegen Christen im Irak statt. Bürger aus Reutlingen und Umgebung möchten mit dieser Mahnwache den zahlreichen Opfern des Anschlags gegen die Sajjidat-al Nadscha Kirche in Bagdad gedenken.
Diese Aktion geht nicht, wie fälschlich gemeldet, von der Reutlinger PI-Gruppe aus, sondern von einem Netzwerk unabhängiger Aktivisten.
siehe auch: Fünfzig Christen sterben bei Geiselnahme in Bagdad
und: Tödlicher Albtraum in einer Christlichen Kirche
Samstag, 23. Oktober 2010
Prozess gegen Elisabeth Sabaditsch-Wolff
Gegen Elisabeth Sabaditsch-Wolff beginnt am 23. November 2010 in Wien ein Prozess wegen "Volksverhetzung” und "Herabwürdigung religiöser Lehren”. Der Prozess hat große Ähnlichkeiten mit dem Prozess gegen Geert Wilders in den Niederlanden.
Gegenstand der Anklage ist schon allein die Tatsache, dass sie überhaupt islamkritische Seminare abhält. So wird ihr laut Anklageschrift beispielsweise folgende Aussage als "Verhetzung" zur Last gelegt:
"Scharia ist ein absolutes Nein, wir wollen kein Gender-Apartheid, keine Ghettos, keine soziale und kulturelle Diskriminierung, keine Polygamie, keine Theokratie, keinen Hass…"
Es gibt jetzt eine Webseite zur Unterstützung von Elisabeth Sabaditsch-Wolff, auf der es weitere Informationen zum Prozess gibt.
Montag, 11. Oktober 2010
Neues Buch: "Feindbild Islamkritik"
Ganz neu erscheinen ist ein von Hartmut Krauss herausgegebener Sammelband mit 22 Autoren, der jeden Islamkritiker interessieren dürfte. Hauptthema des Bandes ist die Verteufelung jeglicher Islamkritik als "Rassismus" und "Fremdenfeindlichkeit". In der Vorankündigung (www.hintergrund-verlag.de) zum Buch heißt es:
Um das innereuropäische Protestpotenzial gegenüber der islamischen Herrschaftskultur möglichst sc
hon im Keim zu ersticken, haben muslimische Verbände mit staatlicher und medialer Unterstützung sowie im Verbund mit Konvertiten und islamophilen Kräften eine weit verzweigte Drohkulisse aufgebaut. Diese „Szene“ ist darauf ausgerichtet, Kritik am Islam per se in die Verdachtszone des „Rassismus“ und der „Fremdenfeindlichkeit“ zu rücken, um so von der Tatsache abzulenken, dass der Islam selber das religiös-ideologische Fundament einer autoritären, repressiven und reaktionären Herrschaftsformation bildet.Andererseits ist die Diskursmacht der kritischen Islamanalyse, d.h. ihre Fähigkeit und Möglichkeit, angesichts einer überwältigenden Fakten- und Ereignislage größere Teile der Gesellschaftsmitglieder von der Richtigkeit und Angemessenheit ihrer Positionen und Einsichten zu überzeugen, in der letzen Zeit zweifellos gewachsen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Internet als basisdemokratisches Informations- und Kommunikationsforum einer kritischen Gegenöffentlichkeit.
Im Kontext dieses Mediums ist es gelungen, die selektiven Informationsblockaden, Ausgrenzungsregeln und Bewertungsklischees der postdemokratischen Mainstream-Medien zu konterkarieren und ein Stück weit zu überwinden. Dieser Terraingewinn neuer fortschrittlich-emanzipatorischer Kräfte, die im Sinne einer universalistischen Orientierung auch nichtwestliche Herrschaftssysteme, Kulturen und Ideologien kritisch analysieren, hat nun - wie nicht anders zu erwarten - hysterische Reaktionen seitens der unterschiedlichen Interessenfraktionen der „Islambeschützer“ hervorgerufen. In deren Antworten geht es im Grunde immer um ein und dasselbe, nämlich um die pauschale Diffamierung von Islamkritik als „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „islamophob“ etc. bei gleichzeitiger Ausblendung, Verkennung oder Dementierung der enormen reaktionären Herrschafts- und Gewaltpotenziale, die dem orthodoxen Islam untrennbar eingeschrieben sind. In Auseinandersetzung mit dieser Front der Islamapologetik gilt es immer auch zu beachten, dass nicht nur der Rassismus ein Wahn ist. Auch der Rassismusvorwurf selbst stellt in zahlreichen Fällen ein aggressives Wahngebilde dar, das eigens zu dem verleumderischen Zweck eingesetzt wird, Kritik an einer radikal antiemanzipatorischen und menschenrechtsfeindlichen Ideologie mit Mitteln der negativen Etikettierung abzuwehren.
Mit Beiträgen von:
Mina Ahadi, Sami Alrabaa, Heinz Gess, Ralph Giordano, Assia Maria Harwazinski, Luka Höfler, Hans-Michael Höhne-Pattberg, Siegfried Kohlhammer, Ryszard Kotonski, Hartmut Krauss, Matthias Küntzel, Thomas Maul, Conny Axel Meier, Thomas Müller, Edward von Roy, Gabi Schmidt, Felix Struening, Karin Vogelpohl, Andreas Widmann, Philippe Witzmann, Huda Zein
Hartmut Krauss (Hg.) (2010): Feindbild Islamkritik. Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden. Osnabrück: Hintergrund Verlag 2010, 360 Seiten, 15 Euro.
Samstag, 9. Oktober 2010
Kommentar zum Thema: Imam-Ausbildung in Tübingen
Wenn an deutschen Universitäten von nun an Lehrer, Geistliche und Sozialarbeiter für den Islam ausgebildet werden, wie bereits berichtet, dann haben die Politiker hier wieder mal nicht nachgedacht. Meiner Meinung nach ist es ein Rückschritt und bestätigt in bedrückender Weise Wullfs Ausdruck, dass der Islam zu Deutschland gehöre.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie so die Integration der hier lebenden Muslime gefördert werden soll, denn egal, ob die Imame aus Deutschland kommen, unsere Kultur kennen und deutsch sprechen, Islam bleibt Islam und ist mit unserer Lebenswelt nicht vereinbar, es sei denn er wird ganz und gar säkular gelebt, wie es Necla Kelek in ihrem Vortrag am 5.10.10 in Tübingen als ihr Lebenskonzept vorstellte.
Wie können denn an ägyptischen (dort ist eine Rückkehr zum fundamentalistischen Islam zu beobachten - Stichwort: Muslimbruderschaft) und türkischen Lehrplänen orientierte Studiengänge zur Integration der Muslim in einem westlichen Land verhelfen?
Sehr bedenklich finde ich, dass jetzt auch muslimische Sozialarbeiter auf die Familien und Schulen losgelassen werden. Diese werden sich zwar mit der muslimischen Religion, Tradition und Lebensanschauung sehr gut auskennen und sie verstehen, aber sie werden mit Sicherheit keine der ihnen anvertrauten Muslime von ihren Vorstellungen abbringen, sondern sie eher darin bestätigen. Sie müssen sich zwar, berechtigter Einwand, an unsere Gesetze und Rechtsordnung halten, aber was wissen wir schon, wie sie die Familien und Jugendlichen beraten und betreuen, denn bisher haben es die Muslime immer geschafft, unsere Normen, Gesetze, Vorschriften und Regeln auszuhebeln, zu umgehen und ihre islamischen Prinzipien einzuklagen und durchzusetzen (Stichwort: Schwimmen und Sport, eigene Gebetsräume, Gebetszeiten, Ramadan usw.).
Wir sollten uns alle bewusst sein, dass wir deutschen Bürger das alles - nach Dhimmi-Art - aus unserer (Steuer-)tasche zahlen, obwohl die islamischen Verbände Unsummen nach Deutschland fließen lassen, wenn es darum geht, den Islam hier zu installieren und zu institutionalisieren, sprich: Moscheen bauen. Aber auch das wird nun nach den Plänen von Annette Schavan den Verbänden noch abgenommen.
Am beunruhigsten finde ich, das die islamischen Verbände durch einen zusätzlich eingerichteten "Rat für islamische Studien" bei allem ihre Finger im Spiel haben und damit wieder alle Macht in die Hände gelegt bekommen, die islamische Lehre und Weltanschauung bei uns in Deutschland zu festigen, die Richtung des Islam, in Richtung fundamentalistischer Islam, zu steuern und zu verbreiten .
M.M.
Freitag, 8. Oktober 2010
Imam-Ausbildung in Tübingen
Stuttgart/Tübingen - An der Universität Tübingen werden vom nächsten Jahr an erstmals in Deutschland islamische Geistliche ausgebildet. Geplant sei, dass in einigen Jahren sechs Professoren bis zu 320 Studenten unterrichten, teilte das Staatsministerium am Dienstag in Stuttgart mit. Das Landeskabinett hatte am Montagabend die Einrichtung eines Fachbereichs für Islamische Studien zum Wintersemester 2011/2012 beschlossen. Jetzt bewirbt sich das Land um eine finanzielle Beteiligung des Bundes.
Die bundesweit geplanten Institute für islamische Theologie sind etwas Neues an deutschen Universitäten. Erstmals werden Imame in Deutschland und vor allem in deutscher Sprache ausgebildet. Bislang kommen muslimische Vorbeter meist aus der Türkei, sprechen kein Deutsch und kennen die westeuropäische Kultur kaum. Experten sehen darin ein großes Hemmnis für die Integration von Muslimen. Auch muslimische Pädagogen und Sozialarbeiter sollen in Tübingen ausgebildet werden.
Bei der Entwicklung des neuen Studiengangs will sich Tübingen auch an Lehrplänen von türkischen und ägyptischen Hochschulen orientieren. "Dort gibt es wissenschaftlich herausragende Fakultäten. Allerdings müssen wir sicherlich Präzisierungen vornehmen, die den deutschen Gegebenheiten Rechnung tragen", sagte Rektor Bernd Engler der Nachrichtenagentur dpa. Dabei gehe es um die Frage, was islamische Theologie in Deutschland ausmache. Bei der Suche nach Professoren werde die Universität wert darauf legen, muslimische Theologen zu finden, die zumindest einen Teil ihrer akademischen Laufbahn in Deutschland absolviert haben.
Ministerpräsident Stefan Mappus und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (beide CDU) erwarten, dass der neue Studiengang zahlreiche Veränderungsprozesse bei den Muslimen anstoßen werde. "Die akademische Ausbildung bildet dabei auch einen wichtigen Schutz gegen jede Form der Abschottung, der Entwicklung von Parallelgesellschaften und des Extremismus", teilten beide mit. Im Südwesten leben gut 600 000 Muslime, in Deutschland sind es rund vier Millionen. Die Hälfte der Kosten für den Studiengang will das Land übernehmen. Eine Professur soll die Universität aus eigenen Mitteln beisteuern, für zwei Lehrstühle hofft das Land auf Geld vom Bund. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte angekündigt, an zwei bis drei deutschen Hochschulstandorten die Einrichtung islamischer Zentren zu unterstützen.
Anders als Heidelberg und Freiburg, die sich ebenfalls um den Studiengang beworben hatten, war es der Universität Tübingen gelungen, wichtige islamische Verbände auf ihre Seite zu ziehen. Die sollen in einem "Rat für islamische Studien" an der Entwicklung des Lehrangebots und bei der Berufung der Professoren maßgeblich beteiligt werden. "Dieser Beirat ist die notwendig, um die notwendige Legitimation der neuen universitären Ausbildung in den islamischen Gemeinden sicherzustellen", sagte Frankenberg.
An deutschen Hochschulen wird bislang nur ein sehr kleiner Teil der islamischen Religionslehrer ausgebildet - vor allem in Münster. Weiterbildungsangebote gibt es an Hochschulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Der überwiegende Teil der an deutschen Schulen eingesetzten islamischen Religionslehrer wie der Imame kommt bisher aus der Türkei.