Donnerstag, 25. Februar 2010

Was den Vortrag von Hussein Hamdan so ärgerlich und verletzend macht.

Gastbeitrag von Piramirim:

Der Vortrag vom Hussein Hamdan folgte ganz klar der Linie anderer Vorträge zum Thema Islam, die nur auf die Irreführung eines mehr oder minder ahnungslosen Publikums abzielen.

Was der Referent vorstellt, ist im besten Fall seine ganz persönliche Interpretation des Islams, die er jedoch als „den Islam“ schlechthin ausgibt. Deshalb vermeidet er auch klarzustellen, von welcher Islamform er eigentlich spricht.

Aus diesem Grunde gibt er auch nicht an, welchen islamischen Hintergrund er hat bzw. welcher Islamform er angehört. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die von ihm vorgestellte Islamform nichts weiter ist, als ein Produkt zur Täuschung des Publikums, zu der er in einem islamischen Kontext niemals stehen würde, da dieser Phantasie-Islam den orthodoxen Vorstellungen, wie sie beispielsweise die Mehrheit der libanesischen Schiiten vertritt, diametral entgegengesetzt ist. Auch erspart er sich durch seine Geheimhaltung die Frage nach der schiitischen Praxis der Taqiyya.

Der ganze Aufbau des Vortrages, der fast nur einseitig von tatsächlichen oder vermeintlichen positiven Aspekten des Islams berichtet, und alles Unschöne weglässt, zeigt, dass es dem Referenten nicht auf Redlichkeit ankommt, sondern allein auf Manipulation und Täuschung.

In diesen Zusammenhang passt auch die Konzentration auf theologische Fragen, die keinen Einfluss auf das Zusammenleben haben und eine Vermeidung von Fragen, etwa nach dem Status von Nichtmuslimen im islamischen Recht, oder der Regelungen zur Bekämpfung von Nichtmuslimen.

Mit der Aussage, beim Koranspruch „kein Zwang im Glauben“, handle es sich um einen Grundsatz im Islam, überschreitet der Referent ganz deutlich die Linie, die ihn von einem seriösen Vortrag trennt.

Solche Aussagen, angesichts der unzähligen Opfer der Verfolgung religiöser Minderheiten im Islam, empören und sind eine klare Verhöhnung der Opfer.

Dass ein Mann aus dem Nahen Osten, der vom Islam zum Christentum übergetreten ist und deswegen einer Unzahl von Drangsalen ausgesetzt ist, darüber seine Beherrschung verliert, ist mehr als verständlich.

Ebenso ist der Vorwurf an Juden und Christen, sie hätten ihre heiligen Schriften verfälscht, für sensible gläubige Gemüter ein sehr harter Brocken und führt zu entsprechenden Reaktionen.

Ganz in den manipulativen Charakter des Vortrags passt dann auch, dass eine wirkliche Diskussion über all dies, wo immer möglich, unterdrückt wird, denn die freie Gegenrede ist der größte Feind aller Lügen und wird deshalb möglichst erstickt.

Unsere Medien sind durch ein unheilige Allianz von linken Gutmenschen und scheinheiligen Pfarrern und Kirchenvertretern, die oftmals nicht mehr zu dem Grundlagen des christlichen Glaubens stehen, geprägt.

Islamkritiker werden entweder als fundamentalistische Christen oder Rechtsradikale verunglimpft und wo immer möglich ausgegrenzt und stigmatisiert, ja sogar, wo diese Kritiker nicht so einfach mundtot zu machen sind, gemobbt und bedroht.

All das verbittert immer weitere Teile der Bevölkerung gegenüber dem Islam und den Muslimen. Zunehmend richtet sich die Wut jedoch auch gegen die Steigbügelhalter der Islamisierung in Kirchen, Medien, Politik, Universitäten, Kunst und Gewerkschaften.

Die Wahlergebnisse in den Niederlanden (Wilders), Österreich (FPÖ, BZÖ) und der Schweiz (SVP), sowie in anderen europäischen Ländern sind Ausdruck dieser wachsenden Wut.

Mit jeder weiteren „Dialog“-Veranstaltung nach dem Muster des jetzigen Reutlinger Dialogs des ACK fördert man bei uns eine politische Entwicklung wie in den oben genannten Ländern.

Kommentare:

JoanBeaz hat gesagt…

Na ja, die Wut der Bürger hält sich aber doch noch in Grenzen. Bei dem Vortrag waren immerhin mehr als die Hälfte ahnungslose Zuhörer, die dem Hamdan Beifall klatschten und sich empört nach den kritischen Fragern umgedreht haben.
Aber durch den entstandenen Tumult sind die Leute ja vielleicht doch aufgewacht, oder haben zumindest etwas zum Nachdenken mit nach Hause bekommen.
Warum Dialog mit dem Islam irgendwie nicht funktioniert. Darüber kann man hier lesen: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/selig_sind_die_belogenen.html

Marti hat gesagt…

Dass ein Berufsdialogisierer seine Religionszugehörigkeit verheimlicht, ist ein ziemlicher Skandal!

Dass sowas durchgeht, zeigt, wie verkommen der "Interreligöse Dialog" im Normalfall ist.

Aber man muss nur mal ein bisschen nachforschen, was Tübinger Professoren dialogmäßig sonst noch so treiben, da wird einem schecht!

Namen wie Küng und Kuschel sind ja berühmt-berüchtigt dafür, aber auch das Mittelfeld wie Urs Baumann und Stefan Schreiner sind nicht ohne.

Alles fußt darauf, dass man sich gern und willig belügen lässt, wobei man auch selbst vor keiner Manipulation zurückschreckt.

Was unseren Freund hier angeht, würde ich einiges darauf wetten, dass er Zwölferschiit ist. Vielleicht ist er ja auch Hizbollah-Anhänger und verehrt Ahmeadinejad, wer weiß?

Bernd X. hat gesagt…

Ich kann auch überhaupt nicht verstehen, wieso Hamdan seinen religiösen Hintergrund verschweigt. Dadurch beitet er ja sehr leicht eine Angiffsfläche für Kritiker.

Marti hat gesagt…

@ Bernd X.

Ohne triftigen Grund verschweigt er es bestimmt nicht.

Entweder ist er Schiit, oder, was ich aber für wesentlich weniger wahrscheinlich halte, Druse, oder er gehört vielleicht sogar zu so einer häretischen Gruppe wie den Ahmadis.

Die letzten beiden Optionen halte ich aber für recht unwahrscheinlich.

Drusen sind eigentlich keine Muslime und Ahmadis verheimlichen ihre Zugehörigkeit in Deutschland eher selten.

Anonym hat gesagt…

Klasse Beitrag!

Gisela hat gesagt…

Hallo Marti,

dass Hamdan nicht sagt, ob er Sunnit oder Schiit oder sonstwas ist, finde ich auch völlig daneben. Viele schlimmer finde ich aber, dass er so vieles verzerrt oder falsch dargestellt hat.

Der Hammer ist natürlich die Aussage, dass "Kein Zwang im Glauben" ein Grundsatz im Islam sei. Man fragt sich ernsthaft, was er wohl in seinem Islamkundestudium gelernt hat. Zu Thema Religionsfreiheit im Islam gibt es eine Ummenge an Literatur, sogar ganz konkret zu "Kein Zwang im Glauben" gibt es sehr gute Beiträge von international renommierten Wissenschaftlern, etwa von Patricia Crone, die auf dem letzen Orientalistentag in Freibug genau dazu den Hauptvortrag gehalten.

Hier ist der Link dazu: http://omnibus.uni-freiburg.de/~mr5/dot2007/vortrag_crone_final.doc Islam and Religious Freedom

Gruß

Gisela

Balooo hat gesagt…

Es könnte sein, dass Hussein Hamdan doch Sunnit ist! Vielleicht gehört er ja zu einer libanesischen Bevölkerungsgruppe, die sich in Deutschland extrem unbeliebt gemacht hat. Ich meine die so genannten libanesischen Kurden, die zwischen 1985-90 über Ostberlin illegal nach Westberlin eingereist sind. Sie haben dort Asylanträge gestellt, die jedoch meistens abgewiesen worden sind. Trotzdem wurden sie nicht abgeschoben, sondern geduldet.

Die libanesisch Kurden sind zu einem Großteil kriminelle Familienclans, die schon im Libanon die Beiruter Unterwelt beherrscht haben. Weil die kriminellen Männer nicht eingebürgert werden, hat man sich darauf verlegt die "sauberen" Ehefrauen einzubürgern, die ihre Staatsbürgerschaft an die Kinder weitergeben. Die libanesischen Kurden beherrschen in mehreren deutschen Städten die muslimischen Viertel, wo sie auch unter den Türken ziemlich verhasst sind, weil sie auch die Türken mit ihren kriminellen Machenschaften ausbeuten und unterdrücken.

Die meisten libanesischen Kurden sind Sunniten und nur wenige sind Schiiten. Es könnte gut sein, dass Hussein Hamdan zu diesen libanesischen Kurden gehört.
Die libanesischen Kurden sind übrigens eigentlich keine Kurden, sondern Araber aus den türkischen Kurdengebieten. Sie werden auch Mhallamiye Araber genannt.

Ralph Ghadban schreibt einiges über sie in seinem Buch über die Libanon-Flüchtlinge in Berlin. Also es kann gut sein, dass Hussein Hamdan zu einem dieser Familienclans gehört. Das kann er natürlich nicht einfach so zugeben.

Anonym hat gesagt…

ich war bei einer Studienwoche, wo Hamdan ebenfalls, mit Unterstützung drei anderer Islamwisseschaftler, genau so aufgetreten ist. Ich habe diesen Artikel erst Heute gefunden, und er deckt eins-zu-eins wie ich es in dieser Studienwoche empfunden habe. Die Dialogunfähigkeit und die manipulative Art, die Hamdan hat, ist so, wie es von allen (die ich kenne) Islamwissenschaftlern bis Heute vertreten ist. Ich war total schockiert, dass so viele Lügen auf einmal in einem Hörsaal verbreitet werden können. Vor Allem war es so, dass ich quasi der Einzige unter den Studenten war, der das, was gesagt wurde, kritisch hinterfragt habe.
JoanBoaz hat das sehr gut auf den Punkt gebracht, dass alle die Ahnungslosen im Publikum Beifall klatschen, weil all das, was sie hören so schön politisch korrekt scheint, während si sich über alle, die eine kritische Haltung der Thematik gegenüber haben, enpören. Ich schwieg einfach während des ganzen Vortrags, weil ich mir dachte, ich würde durch jegliche Kommentare nur Empörung von meinen Kommilitonen bekommen.
@ GIsela: Ich bin total einverstanden mit dem zweiten Abschnitt. Was Hamdan bei uns sagte, wenn es zu Konflikten zwischen seinen Aussagen und denen anderer rennomierten Islamwissenschaftler kam, war, dass die Letzteren keinen in der Schrift basierten Glauben vertreten. Alle, die nicht so glauben wie er (so kam es rüber), wären keine wahren Muslime, und würden somit auch nur dem Ruf der Religion schaden.
All das, finde ich, je mehr ich in diese Thematik des interreligiösen Dialogs eintauche, sind Muster der Dialogsarten von Muslimen - nicht nur in Deutschland, aber auch im Rest der Welt.
Danke, Piramirim, für den Bericht!